Leistungsspektrum

Klinik für Anästhesie – Operative Intensivmedizin – Schmerztherapie – Notfallmedizin

In unserer Klinik kümmert sich ein Team aus 17 Ärzten, 15 Pflegekräften in der Anästhesie sowie ca. 50 Pflegekräften im Bereich der Intensivmedizin um unsere Patienten.

Unsere Betreuung beginnt für den Patienten, der sich einer Operation unterziehen muss, dabei schon an den Tagen vor der eigentlichen Operation. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch wird individuell für jeden Patienten das geeignete Anästhesieverfahren festgelegt, wobei die Operation selbst, Vorerkrankungen, aber auch die Wünsche des Patienten berücksichtigt werden. Zum Einsatz kommen in unserer Klinik verschiedene Vollnarkoseverfahren und eine breite Palette an Möglichkeiten der Regionalanästhesie, die nach der Operation auch für eine Schmerztherapie genutzt werden können.

Chefarzt

Priv.-Doz. Dr. med. Stephan Ziegeler M.A.

Anästhesiologische Intensivmedizin,
Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin, DEGUM I,
Leitender Notarzt des Kreises Steinfurt,
Antibiotic Stewardship Experte,
MA "Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen"

s.ziegeler(at)klinikum-ibbenbueren.de

Während der Operation wird dann jeder Patient von einem Team, das aus einem Narkosearzt und einer Narkosepflegekraft besteht, lückenlos betreut. Hierbei spielt die Überwachung der lebenswichtigen Funktionen wie Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel eine zentrale Rolle.

Für unsere schwerstkranken Patienten oder Patienten, die sich einer großen Operation unterziehen müssen, stehen auf der operativ-neurologischen Intensivstation 10 Betten zur Verfügung. An jedem Bettplatz ist die Überwachung der Herz-/Kreislauffunktion sowie der Atmung möglich, an sieben Bettplätzen auch eine maschinelle Beatmung. Unsere Ärzte und Pflegekräfte sind in diesem kritischen Bereich 24 Stunden am Tag für unsere Patienten im Einsatz. Angehörige können hier die Patienten nach Rücksprache besuchen und so den Genesungsprozess unterstützen. In besonderen Situationen ist dies rund um die Uhr möglich.

Auch nach einer Operation werden Sie, sofern es notwendig ist, weiterhin von den Mitgliedern unseres Teams betreut, um eine optimale Schmerztherapie zu garantieren. Idealziel ist es hierbei, den Patienten schmerzfrei durch die Tage nach der Operation zu geleiten.

Patienten mit chronischen Schmerzen können am Klinikum Ibbenbüren unter stationären Bedingungen eine sogenannte multimodale Schmerztherapie erhalten. Hierbei sind Ärzte unserer Klinik Mitglieder des multiprofessionellen Behandlungsteams aus Schmerztherapeuten, Orthopäden, Psychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Pflegekräften.

Eine weitere Aufgabe unseres ärztlichen Teams ist die Besetzung des Notarztwagens in Ibbenbüren. Auch Leitende Notärzte, die bei Großschadensereignissen zum Einsatz kommen, werden von uns gestellt.

Durch diese intensive Betreuung vor, während und nach einer Operation, unter Einsatz modernster Verfahren sind wird in der Lage, den Genesungsprozess eines jeden Patienten positiv zu beeinflussen.

Leistungsspektrum

Unser Aufgabenbereiche basieren auf vier Säulen:

  • Anästhesie
  • Operative Intensivmedizin
  • Schmerztherapie
  • Notfallmedizin

Bei Fragen und Rückmeldungen ist das Team der Anästhesie auch per E-Mail erreichbar:  anaesthesie(at)klinikum-ibbenbueren.de

Anästhesie - Schmerzfreiheit ist unsere Aufgabe.

Wir führen Anästhesien bei allen Patienten durch, die sich einer Operation unterziehen müssen. Gelegentlich werden Narkosen auch für schmerzhafte oder sehr unangenehme diagnostische Maßahmen (z.B. Bronchoskopien) erforderlich. Dabei kommen ausschließlich modernste Anästhesieverfahren sowohl als Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“) als auch im Bereich der Regionalanästhesie („Teilnarkose“) zur Anwendung. Alle Patienten werden in den Tagen vor der Operation ausführlich über das für den Eingriff geeignete und individuell ausgewählte Narkoseverfahren informiert.

Hierfür steht Ihnen unsere Prämedikations-Ambulanz werktäglich zwischen 9:00 h und 13:00h auf der Station B1 im 1. OG des Betriebsteils St. Elisabeth zur Verfügung. Das Ziel einer Narkose ist, bei Ihnen einen Zustand der Gefühllosigkeit und Schmerzlosigkeit für den Zeitraum des Eingriffs herzustellen, ohne Ihnen dadurch Schaden zuzufügen. Je nach den Erfordernissen der Operation werden örtliche Betäubungen (Lokalanästhesie), Betäubungen einzelner Körperregionen (Regionalanästhesie) oder eine Vollnarkose angewandt.

Die Allgemeinanästhesie

Bei der Allgemeinanästhesie wird durch eine Kombination von Medikamenten ein Tiefschlafzustand herbeigeführt, in dem auch die Schmerzempfindung ausgeschaltet ist. Dabei kommen alle modernen Narkoseverfahren mit kurz wirksamen und sehr gut steuerbaren Medikamenten einschließlich der totalen intravenösen Anästhesie (TIVA) zum Einsatz. Mit modernsten Narkosegeräten werden hauptsächlich die Larynxmaskennarkose und die Intubationsnarkose durchgeführt. Während der Narkose werden alle Ihre Körperfunktionen ständig überwacht. Insbesondere werden die Atemwege und die lebenswichtigen Kreislauffunktionen kontrolliert. Auch die Narkosetiefe kann mittels Messung der Gehirnfunktionen erfasst werden. Des Weiteren legen wir viel Wert darauf, dass sie während der Operation nicht auskühlen.

Eine Auskühlungsgefahr besteht dadurch, dass das Operationsgebiet frei liegen muss und während einer Narkose die Temperaturerhaltung des Körpers eingeschränkt ist. Daher kommen bei uns in jedem Operationssaal spezielle Wärmegeräte zum Einsatz.

Aufgrund dieses Gesamtpakets an modernen Techniken der Narkoseführung können wir sicherstellen, dass sie bereits kurz nach Ihrer Operation wieder wach und im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte sind. Auch Ihre Schutzreflexe kehren innerhalb kürzester Zeit vollständig zurück, sodass Sie bei uns – im Gegensatz zu früher – bereits im Aufwachraum wieder trinken dürfen. Da Sie eine individuelle Prophylaxe gegen Übelkeit nach der Narkose erhalten, ist auch dieses Problem heute weitestgehend kontrolliert.

Die Regionalanästhesie

In vielen Fällen kann anstelle einer Allgemeinanästhesie auch eine Regionalanästhesie  durchgeführt werden. Hierbei wird nur der zu operierende Teil des Körpers empfindungslos gemacht. Zu den üblichen Regionalanästhesien gehören die rückenmarknahen Anästhesien, wie die Peridural- und die Spinalanästhesie (auch zur Geburtshilfe), sowie die peripheren Leitungsanästhesien für die Regionalanästhesie an der Schulter, den Armen und Beinen (z. B. Plexusblockaden, Einzelnervenblockaden, intravenöse Regionalanästhesien). Periphere Leitungsanästhesien werden sowohl sonographisch mit Hilfe moderner hochauflösender Ultraschallgeräte als auch per elektrischer Nervenstimulation durchgeführt.  Auch bei der Regionalanästhesie muss der Patient während des operativen Eingriffs nicht alles miterleben. Er kann vielmehr auf Wunsch in einen leichten Schlafzustand versetzt werden, aus dem er jederzeit aufgeweckt werden kann.

Bei bestimmten Operationen kann es sinnvoll sein, eine Regionalanästhesie und eine Allgemeinanästhesie gleichzeitig einzusetzen (Kombinationsnarkosen, z. B. bei Lungenoperationen, großen Baucheingriffen oder bei verschiedenen Extremitäteneingriffen). In diesen Fällen wird das regionale Anästhesieverfahren dann auch für die Schmerztherapie nach der Operation verwendet. Dazu kommen kleine tragbare Pumpen zum Einsatz. In der Regel können Sie selbst, nach einer entsprechenden Einweisung, die für Sie erforderliche Schmerztherapie anpassen. Ein spezieller anästhesiologischer Schmerzdienst bespricht mit Ihnen täglich die laufende Schmerztherapie.

Informationsfilme

Damit Sie eine bessere Vorstellung davon gewinnen, wie Narkose bei uns funktioniert, haben wir für Sie kleine Filmsequenzen zu den einzelnen Narkoseverfahren gedreht, die Sie im Folgenden ansehen können:

Allgemeinanästhesie

Rückenmarksnahe Regionalanästhesie

Periphere Leitungsanästhesie

  • Anästhesie des Armplexus
  • Anästhesie des Halsplexus
  • Anästhesie des Beinplexus

Intensivmedizin - Eine der vier Säulen unserer Abteilung

Eine der vier Säulen unserer Abteilung ist die Intensivmedizin.

Die operativ-neurologische Intensivstation im Klinikum Ibbenbüren, die unter anästhesiologischer Leitung steht, übernimmt interdisziplinär die Versorgung von Patienten aus allen operativen Kliniken und der neurologischen Klinik. Die Station befindet sich in der ersten Ebene der Betriebsstätte St. Elisabeth und  umfasst derzeit 10 Behandlungsplätze. Im Jahr 2012 wurden hier 1254 Patienten behandelt, bei denen sich nach Unfällen, Operationen oder neurologischen Erkrankungen lebensgefährliche Störungen von Organfunktionen einstellten bzw. bei denen die Schwere des operativen Eingriffs oder gravierende vorbestehende Erkrankungen eine besondere Überwachung bzw. Therapie erforderte.

Dabei stellen speziell ausgebildete Ärzte sowie ein Team aus Fachpflegekräften eine Versorgung rund um die Uhr sicher.

Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, sind so schwer krank, dass intensive Monitoringmaßnahmen von Atmung und  Herz-Kreislauf erforderlich sind. Beim teilweisen oder kompletten Ausfall einzelner Organsysteme sind wir heute in der Lage, mit modernsten Geräten Unterstützung zu leisten, bis sich die Organfunktion im Rahmen der Ge­sundung wieder normalisiert.

So kommen bei Patienten mit schweren Luftnotzuständen  Beatmungsgeräte mit modernen Beatmungsverfahren zum Einsatz, die eine lungenschonende Beatmung er­möglichen, bei der der Patient jederzeit selbst mitatmen kann. Auch die Entwöhnung von der Beatmung erfolgt patientenorientiert. Häufig können auch Formen der sog. nichtinvasiven Beatmungstherapie angewandt werden, für die kein Be­atmungsschlauch erforderlich ist. Mit Hilfe dieser Technik ist heute eine invasive Beatmung häufig nicht mehr erforderlich.

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Thoraxchirurgie und Lun­genunterstützung können wir aber auch Patienten versorgen, deren Lungenfunktion so schlecht ist, dass eine klassische Beatmung für die Therapie nicht mehr ausreicht (Lungenversagen). Hier kommen Verfahren zum Einsatz, bei denen der Gasaustausch unabhängig von der Lungenfunktion un­terstützt wird.

Zur Überwachung und Therapie von Herz-, Kreislaufproblemen stehen uns unterschiedliche erweiterte apparative Verfahren zur Verfügung, womit wichtige Werte wie das Herzzeitvolumen bestimmt werden können.   

Des Weiteren kann auch bei einem akuten Nierenversagen die Funktion der Niere  überbrückend  wie auch dauerhaft durch diskontinuierliche Dialyseverfahren oder verschiedene kontinuierliche Hämofiltrationsverfahren  („Blutwäsche“) ersetzt werden. 

Auch wenn der Aufenthalt auf einer Intensivstation mit dem Einsatz einer Vielzahl von tech­nischen Geräten sowohl für den Patienten als auch für seine Angehörigen immer eine Aus­nahmesituation und häufig eine Zeit großer Ungewissheit darstellt , möchten wir Ihnen das Gefühl vermitteln, bei uns in guten Händen zu sein. Hierzu tragen die modernen Ansätze der Intensivmedizin bei, in denen die aktive Einbindung der Patienten und Angehörigen in die therapeutischen Maßnahmen eine wichtige Rolle spielt. So wird bei uns auf feste Besuchs­zeiten verzichtet. In Absprache mit den Ärzten und Pflegekräften können Sie ihre Angehöri­gen bei uns jederzeit, in besonderen Situationen sogar nachts, besuchen. Informationsbroschüren für Besucher liegen aus und die Stationsärzte stehen  für Gespräche mit Angehörigen zur Ver­fügung.

Notfallmedizin - Eine der vier Säulen unserer Abteilung

Eine der vier Säulen unserer Abteilung ist die Notfallmedizin. Der Kreis Steinfurt, der zweitgrößte Flächenkreis im Lande Nordrhein-Westfalen, ist der Träger des Rettungsdienstes. Hierfür halten sich an sieben Feuer- und Rettungswachen Rettungsdienstpersonal und Notärzte mit den entsprechenden Fahrzeugen bereit für die Notfallversorgung und den qualifizierten Krankentransport. Der Notarztstandort Ibbenbüren versorgt etwa ein Viertel des Kreises Steinfurt und Teile angrenzender Landkreise. Dieses sind im Einzelnen die Städte und Gemeinden Ibbenbüren, Hörstel, Recke, Hopsten, Mettingen, Westerkappeln und Teile von Lotte. Unsere Abteilung stellt im 15-tägigen Wechsel mit der Medizinischen Klink die Notärzte für den Rettungsdienst. Das Rettungsdienstpersonal wird von der hauptamtlichen Wache der  Feuerwehr Ibbenbüren gestellt. Der Notarzt wird mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) vom Krankenhaus abgeholt und trifft sich im Rahmen eines sog. Rendezvous-Systems mit dem Rettungswagen (RTW) am Einsatzort.

Notfallmedizin
Notfallmedizin

Am Standort Ibbenbüren werden die meisten Einsätze im gesamten Kreis Steinfurt gefahren und durch die ländliche Struktur bedingt auch die zeitlich umfangreichsten. Unsere Abteilung stellt den vom Kreis beauftragten Notarzteinsatzleiter des Standortes. Dieser ist neben dem Wachleiter der Feuerwehr Ibbenbüren für die ordnungsgemäße Durchführung des Rettungsdienstes und hier v. a. für die medizinischen Fragen verantwortlich. Auch in der Aus- und Weiterbildung der Rettungsassistenten und Rettungssanitäter an der Rettungsdienstschule in Rheine sind Ärzte unserer Klinik intensiv involviert. Ebenso engagieren sich Mitarbeiter der Abteilung in der Leitenden Notarztgruppe des Kreises Steinfurt. Der leitende Notarzt erfüllt bei Großschadensereignissen medizinisch-organisatorische Aufgaben. Auch in der Unter-Tage-Berg-Rettungsgruppe der Ibbenbürener Kohlenzeche engagieren sich Ärzte der Klinik.

Schockraum-Management

Das Bindeglied zwischen präklinischer Notfallmedizin und der stationären Versorgung eines Patienten ist der Schockraum. Dieser liegt im Klinikum Ibbenbüren ideal direkt an der Liegend-Anfahrt und ist auch vom Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach unseres Hauses mit einem Aufzug unmittelbar erreichbar. Egal ob der Patient bodengebunden oder über den Luftweg in unserem Klinikum eintrifft, er wird sofort durch das Schockraumteam von den Rettungskräften entgegengenommen und weiterversorgt.

Unsere Abteilung ist zusammen mit der unfall-chirurgischen Klinik und der Klinik für Radiologie federführend bei der Versorgung schwerverletzter Patienten eingebunden.

Im Schockraum können jederzeit u. a. per Ultraschallgerät in einem ersten Schritt unmittelbar lebensbedrohliche Blutungen diagnostiziert werden im Bereich des Herzens, der Lungen und des Bauchraums.

Durch die Errichtung eines Spiral-CTs direkt neben dem Schockraum konnte die Versorgung der Unfallopfer entscheidend verbessert werden, da schwer verletzte Patienten jetzt innerhalb weniger Minuten eine umfassende Röntgendiagnostik erhalten können; mithilfe dieser Diagnostik werden das genaue Verletzungsmuster bestimmt und die erforderlichen Therapiemaßnahmen festgelegt.

Nach der Erstversorung und Diagnostik im Schockraum werden die Patienten entweder sofort zur weiteren Versorgung der Verletzungen in den OP gebracht oder für eine Stabilisierung auf der Intensivstation aufgenommen.

Innerklinische Notfallversorgung

Für die Versorgung innerklinischer Notfälle steht jederzeit ein Notfallteam unserer Abteilung zur Verfügung. Dieses kann über ein spezielles Notrufnummernsystem von jedem Telefon im Hause alarmiert werden. In der Regel müssen wir im Rahmen dieser Einsätze Patienten versorgen, die wiederbelebt werden müssen oder bei schwersten Luftnotzuständen einen Beatmungsschlauch benötigen.

Die weitere Versorgung erfolgt danach auf einer der beiden Intensivstationen des Klinikums. Die Schulung des Pflegepersonals für die Bewältigung solcher Notfälle wird durch Mitarbeiter unserer Abteilung durchgeführt.