Weiterbildung

Der Chefarzt verfügt über die Weiterbildungsberechtigung
für 60 Monate Anästhesiologie, 24 Monate Intensivmedizin sowie für die Notfallmedizin.

Weiterbildungsprogramm Anästhesiologie

Definition:

Das Gebiet Anästhesiologie umfasst die allgemeine, regionale und lokale Anästhesie einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Aufrechterhaltung der vitalen Funktion während operativer und diagnostischer Eingriffe sowie intensivmedizinische, notfallmedizinische und schmerztherapeutische Maßnahmen.

Weiterbildungszeit:

60 Monate an einer Weiterbildungsstätte gem. § 8 Abs. 1,

davon
- 48 Monate im operativen Bereich
- 12 Monate in der nichtspeziellen anästhesiologischen Intensivmedizin

1. Weiterbildungsjahr

1. Weiterbildungsjahr / 1. Halbjahr:
  • infrastrukturelle und organisatorische Orientierung
  • Geräteeinweisung
  • Kennenlernen der Leitlinien (SOPs) der Klinik
  • Einweisung ins Transfusionswesen, blutsparende Techniken (MAT)
  • Technik und Organisation des Narkosearbeitsplatzes
  • Erlernen der anästhesiologischen Grundtechniken unter fachärztlicher Anleitung (Atemwegsmanagement, intravenöse Zugänge, intraoperative Beatmung, Narkoseführung) zunächst überwiegend bei Patienten der ASA-Klassifikation I und II
  • Pharmakologie und praktische Anwendung von Anästhetika
  • Postoperative Versorgung im Aufwachraum
  • strukturierte prä- und postoperative Patientenevaluierung (Prämedikation, Aufklärung, Risikostratifizierung, postoperative Visite)
  • Befundung von EKG und Rö-Thorax-Bildern, Beurteilung und Bewertung von Laborparametern
1. Weiterbildungsjahr / 2. Halbjahr:
  • Erweitertes Monitoring (CNAP, Entropie, Relaxometrie)
  • Management schwieriger Atemweg (fiberoptische Intubation, Videolaryngoskopie)
  • Erlernen der Grundtechniken der peripheren und rückenmarksnahen Regionalanästhesien (inkl. thorakale PDA) unter fachärztlicher Anleitung
  • Geburtshilfe (Organisation, geburtshilfliche PDA, Sectio caesarea, Mitwirken an Neugeborenenversorgung)
  • Mitwirkung am perioperativen Schmerzdienst
  • Teilnahme am Bereitschaftsdienst Anästhesie
  • Strahlenschutzkurs

2. Weiterbildunsjahr

2. Weiterbildungsjahr / 1. Halbjahr:
  • Anästhesien bei Patienten der ASA-Klassifikationen III und IV
  • Kinderanästhesie unter fachärztlicher Anleitung
  • Interdisziplinärer Kurs über allgemeine und spezielle Notfallbehandlung von 80 Stunden Dauer
  • NEF-Lehreinsätze
2. Weiterbildungsjahr / 2. Halbjahr:
  • Fallspezifische Tätigkeit (Anästhesie bei Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz)
  • Erlangung der Fachkunde Rettungsdienst, Teilnahme am Notarztdienst (s. gesondertes Weiterbildungsprogramm)
  • Mitwirkung an der multimodalen Schmerztherapie (s. gesondertes Weiterbildungsprogramm)
  • Weiterbildungsgespräch

3. Weiterbildungsjahr

3. Weiterbildungsjahr:
  • Anästhesien bei größeren viszeralchirurgischen, urologischen, unfallchirurgischen und gynäkologischen Eingriffen
  • bariatrische Chirurgie
  • Erlernen erweiterter Punktions- und Katheterisierungstechniken (Shaldonkatheter, ZVK, PICCO-Arterie)
  • Erlangung der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“
  • Weiterbildungsgespräch

4. und 5. Weiterbildungsjahr

4. Weiterbildungsjahr:
  • Intensivmedizin (s. gesondertes Weiterbildungsprogramm)
  • Weiterbildungsgespräch
5. Weiterbildungsjahr:
  • Thoraxchirurgie (DLETT, Ein-Lungen-Ventilation, cross field ventilation, vvECMO)
  • Mitwirkung bei Anästhesien für intrakranielle Eingriffe (Hospitation in der Paracelsiusklinik Osnabrück)
  • Repetitorium Anaesthesiologicum
  • Teilnahme am Bereitschaftsdienst Intensivstation
  • Weiterbildungsgespräch

Weiterbildungsprogramm Intensivmedizin

Definition:

Die Intensivmedizin umfasst in Zusammenarbeit mit den für das Grundleiden zuständigen Ärzten die Intensivüberwachung und Intensivbehandlung von Patienten, deren Vitalfunktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind und durch intensivtherapeutische Verfahren unterstützt oder aufrechterhalten werden müssen.

Weiterbildungszeit:

2 Jahre (spezielle Intensivmedizin) Angerechnet werden kann 1 Jahr Intensivmedizinwährend der Weiterbildung in Anästhesiologie. 1 Jahr der Weiterbildung in der Intensivmedizin muss zusätzlich zur Gebietsweiterbildung abgeleistet werden.

1. und 2. Weiterbildungsjahr

1. Weiterbildungsjahr:
  • strukturiertes Kennenlernen der örtlichen Gegebenheiten der Intensivstation und Einarbeitung in administrative Tätigkeiten
  • intensivmedizinische Dokumentation (inkl. Scoresystemen) und Therapieplanung
  • Arztbriefschreibung
  • Einweisung in intensivmedizinische SOPs
  • Erkennen und Behandlung verschiedener Störungen des kardio-pulmonalen Systems, sowie der kardiopulmonalen Reanimation
  • Erkennen und Behandlung verschiedener Schockformen (differenzierter Einsatz von Volumen und Katecholaminen)
  • Erkennen und Behandlung von Störungen des hämatologischen Systems, insbesondere der differenzierte Einsatz von Blut und Blutprodukten (Methoden der Antikoagulation, Thrombolyse und Fibrinolyse)
  • Erkennen und Behandlung von Störungen der Nierenfunktionen
  • Indikationsstellung verschiedener extrakorporaler Nierenersatzverfahren (Hämofiltration, Hämodiafiltration) ,inklusive Anlage Dialysekatheter (Shaldon)
  • Analgosedierungsverfahren
  • Indikationsstellung und Durchführung der Langzeitbeatmung (Entwöhnungsverfahren, Einsatz von nichtinvasiven Beatmungsformen)
  • Indikationstellung zur Lagerungstherapie bei Patienten im akuten Lungenversagen
  • Indikationsstellung verschiedener extrakorporaler Lungenunterstützungsverfahren (ECLA, ECMO), inklusive Kanülierung
  • Indikationsstellung und Durchführung enterale- und parenterale Ernährung
  • Erlernen diagnostischer Methoden und Durchführung der Behandlung von Patienten im Rahmen einer SIRS/Sepsis sowie Multiorganverfahren
  • Detaillierte Kenntnisse der Antibiotikatherapie
  • Indikationsstellung und Durchführung von percutanen Punktionstracheotomien, Pleuradrainagen, Thoraxdrainagen
  • Durchführung flexibler diagnostischer Bronchoskopien, Kardioversionen und Schrittmachertherapien - Indikation und Durchführung einer differenzierten Katecholamintherapie inklusive der Messgrössen des großen und kleinen Kreislaufs, inklusive Anlage Picco-Katheter
  • Innerklinischer Transport von Intensivpatienten
  • Beginnende orientierende Ultraschalldiagnostik (Thorax, Abdomen, Gefäße)
  • Erstellung von Betreuungsvollmachten
2. Weiterbildungsjahr:
  • Therapieplanung bei komplexen intensivmedizinischen Patienten
  • Patienten-Angehörigengespräche in kritischen Situationen, ethische Prinzipien
  • Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • Erlernen der spezifischen Kenntnisse der transthorakalen und transösophagealen Echokardiographie
  • Kenntnisse in Bezug auf Hirntoddiagnostik, sowie dem Prozedere bei Organtransplantationen
  • Organisatorische Leitung der Station und Verteilung der Kapazitäten in Abstimmung mit den betreuten Abteilungen
  • Anleitung von Kolleginnen und Kollegen in der Facharztweiterbildung

Weiterbildungsprogramm Notfallmedizin

Definition:

Die Notfallmedizin umfasst die Erkennung und sachgerechte Behandlung drohender oder eingetretener medizinischer Notfälle, die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen sowie die Herstellung und Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit der Patienten.

In der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin des Klinikums Ibbenbüren erwirbt der Weiterbildungsassistent zunächst die Fachkunde "Rettungsdienst" und wird anschließend in den Dienstbetrieb eingegliedert. Einer Vereinbarung mit dem Kreis Steinfurt als Träger des Rettungsdienstes folgend müssen alle Notärzte in der Folge im 3. Weiterbildungsjahr die Zusatzbezeichnung "Notfallmedizin" erwerben, um weiter am Notarztdienst teilnehmen zu können.

1. und 2. Weiterbildungsjahr

1. Weiterbildungsjahr:
  • Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in den rechtlichen und organisatorischen Grundlagen des Rettungsdienstes, der Erkennung und Behandlung akuter Störungen der Vitalfunktionen einschließlich der dazu erforderlichen instrumentellen und apparativen Techniken wie: endotracheale Intubation, manuelle und maschinelle Beatmung, kardio-pulmonale Wiederbelebung, Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Anlage zentralvenöser Zugänge und Thoraxdrainage, der Notfallmedikation einschließlich Analgesierungs- und Sedierungsverfahren, der sachgerechten Lagerung von Notfallpatienten, der Herstellung der Transportfähigkeit, den Besonderheiten beim Massenanfall Verletzter und Erkrankter einschließlich Sichtung
  • ACLS Kurs
  • Schockraummanagement (nach geltender SOP)
  • Einweisung in den Rettungsdienst des Kreises Steinfurt
  • Einweisung in die Fahrzeuge und Materialien des Rettungsdienstes
  • Einweisung in die medizintechnischen Gerätschaften nach MPG

2. Weiterbildungsjahr:

  • Notfallmedizinische Falldarstellung
  • Leitliniengerechte Versorgung spezieller Krankheitsbilder (ACS, Stroke, Polytrauma)
  • Kennenlernen der Verfahrensanweisungen des Rettungsdienstes
  • Teilnahme am 80-Stunden Kurs gemäß §4, Absatz 8
  • Teilnahme am Einsatzdienst unter Anleitung eines erfahrenen Notarztes (mindestens 10 lebensrettende Einsätze)
  • Erwerb der Fachkunde "Rettungsdienst" frühestens nach 18 Monaten
  • Einsatzdienst zuerst im NEF 2 (Tagesdienst)
  • Einsatznachbesprechungen

3. , 4. und 5. Weiterbildungsjahr

3. Weiterbildungsjahr:
  • Einsatzdienst im NEF 1 ( auch nachts und am Wochenende)
  • Einsatznachbesprechungen
  • Notfallmedizinische Fortbildungen
  • Einweisung in die Spezialfahrzeuge des Trägers ( MANV Abrollbehälter, GW Rett, MANV Konzepte 2 )
  • Teilnahme an Großübungen
  • Erwerb der Zusatzbezeichnung "Notfallmedizin" nach frühestens 24 Monaten
4.Weiterbildungsjahr:
  • Einsatzdienst
  • Notfallmedizinische Fortbildungen
  • Teilnahme an Großübungen
5.Weiterbildungsjahr:
  • Einsatzdienst
  • Notfallmedizinische Fortbildungen
  • Teilnahme an Großübungen
Nach der Facharztprüfung:
  • Angebot zur LNA-Ausbildung und Teilnahme am LNA-Dienst des Kreises Steinfurt