Brustfell (Pleura)

Der Brustraum wird beim Menschen von einer serösen Schicht überzogen, der sogenannten Pleura. Je nachdem, welche Strukturen im Brustkorb von der Pleura bedeckt sind unterscheidet man zwischen der Schicht, die die Brustwand von innen überzieht und welche Brustfell oder Pleura parietalis genannt wird und dem Aneil, welcher die Lunge überzieht und als Lungenfell oder Pleura viszeralis bezeichnet wird.

Die Pleura sondert ein leicht schmieriges Sekret in den Raum zwischen den beiden oben genannten Pleurablättern ab. Dieses Sekret hat quasi die gleiche Funktion wie ein Tropfen Wasser zwischen zwei Glasplatten, welche durch die entstehenden Adhäsionskräfte zusammengehalten werden. Ein vergleichbarer Mechanismus bedingt, dass die Lunge an der Innenseite der Thoraxwand haftet und trotzdem atemverschieblich ist

Verschiedene Erkrankungen und Tumore des Brustfells werden thoraxchirurgisch diagnostiziert oder therapiert, zumeist mittels minimal-invasiver Techniken.

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Pneumothorax

Thoraxchirurgische Behandlung des Pneumothorax

Beim Pneumothorax handelt es sich der wörtlichen Übersetzug nach um eine Ansammlung von Luft (Pneuma, altgr. für Luft) im Brustkorb (Thorax). Dabei reichen die Ausprägungen von klein und vernachlässigbar bis hin zu groß und akut lebensbedrohlich. Unterschieden werden hierbei traumatische Pneumothoraces durch äußere Verletzungen und die sogenannten Spontanpneumothoraces, deren genauer Entstehungsmechanismus noch unklar ist. Diese treten gehäuft bei jungen, schlanken Männern auf, die zudem meist aktive Raucher sind.

Während kleinere Pneumothoraces auch spontan ausheilen können, erfordert jeder größere Pneumothorax die Anlage einer Thoraxdrainage. Dabei handelt es sich um einen dicken Kunststoffschlauch, der in den Brustkorb zwischen Lunge und Rippenfell eingebracht wird. Durch ein Einwegventil kann Luft aus dem Brustkorb austreten, nicht jedoch erneut hineingelangen. Nach einigen Tagen verklebt die Austrittsstelle spontan, und der Schlauch kann erneut entfernt werden.

Kommt es jedoch in der Folge zu einem erneuten Pneumothorax auf derselben Seite, oder bleibt dieser über mehrere Tage aufgrund einer Undichtigkeit des Lungengewebes bestehen, sollte ein operativer Eingriff durchgeführt werden. Aus der Erfahrung heraus ist bekannt, dass nach einem ersten Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von 30-40% ein erneuter Pneumothorax auftreten kann, während dies nur bei etwa 5-7% der operierten Patienten der Fall ist.

Die Operation selbst wird in Kameratechnik über 3 kleine Schnitte durchgeführt. Dabei wird zunächst das veränderte, mit kleinen Bläschen durchsetzte Lungengewebe entfernt, und anschließend eine sogenannte mechanische Pleurodese durchgeführt. Ziel ist eine Verklebung des Lungen- mit dem Rippenfell, um so ein erneutes Zusammenfallen der Lunge zu verhindern. Durch Einsatz moderner Drainagesysteme ist bereits am Tag der Operation eine Mobilisation möglich, die durchschnittliche Liegezeit nach derartigen Eingriffen beträgt etwa 6-7 Tage.

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Hämatothorax

Als Hämatothorax wird als Sonderform des Pleuraergusses eine Blutansammlung im Thorax bezeichnet. Der Hämatokrit des Pleuraergusses muss dabei definitionsgemäß über die Hälfte des Hämatokrits im Blut betragen. Häufig ist mit einem Hämatothorax Einströmen von Luft in den Pleuraspalt (Pneumothorax) verbunden, sodass von einem Hämatopneumothorax zu sprechen ist.

Ein Hämatothorax entsteht durch ein Trauma mit Ruptur intrathorakaler Gefäße (selten auch Spontanrupturen) oder der Perforation von Organen im Mediastinum (z.B. Ösophagus). Ein Hämatothorax sollte zunächst durch eine Thoraxdrainage entlastet werden. Im Verlauf wird die Quelle der Blutung mittels Bildgebung oder videoassistierter Thorakoskopie identifiziert und die Blutung bei Notwendigkeit gestillt. Bei größeren Blutungen ist ggf. auch eine Thorakotomie zur Blutstillung erforderlich.

Pleuramesotheliom

Pleuramesotheliom – moderne multimodale Therapiekonzepte

Das Pleuramesotheliom ist eine bösartige Erkrankung, die zumeist vom Rippenfell (Pleura) ausgeht, und eine sehr schlechte Prognose hat. Nach Diagnosestellung liegt die mittlere Lebenserwartung bei etwa 12 Monaten. Aufgrund des aggressiven Verhaltens dieses zumeist Asbest-induzierten Tumors sind in den vergangenen Jahren multidisziplinäre Behandlungskonzepte entwickelt worden, um in Frühstadien eine Heilung zu ermöglichen. Gegenwärtig stellt das sogenannte Trimodale Therapiekonzept den Gold-Standard in der Behandlung des Mesothelioms dar. Nach anfänglicher Behandlung mittels Chemotherapeutika erfolgt eine radikale chirurgische Resektion mit anschließender Bestrahlung der operierten Brusthöhle.

Kernstück des operativen Konzeptes ist die sogenannte P3D (Perikardektomie, Pleurektomie, Pneumonektomie, Diaphragmaresektion). Dies bedeutet, dass im Rahmen des Eingriffes das Rippenfell, der Herzbeutel, das Zwerchfell und die betroffene Lunge gemeinsam entfernt werden. Aufgrund der Schwere des Eingriffes sollte eine derartige Prozedur nur in absoluten Schwerpunktzentren mit nachgewiesener Expertise durchgeführt werden.

Neben der operativen Behandlung bieten wir gemeinsam mit unseren onkologischen und strahlentherapeutischen Partnern die Durchführung der gesamten Therapie einschließlich Induktionschemotherapie und anschließender hemithorakaler Bestrahlung an.

Weiterführende Literatur

Chylothorax

Der Chylothorax ist als Sonderform des Pleuraergusses eine Ansammlung von Lymphe in der Pleurahöhle. Häufig entsteht ein Chylothorax nach chirurgischen Eingriffen am Thorax durch Verletzung der lymphatischen Gefäße, insbesondere des Ductus thoracicus. Normalerweise ist die rechte Pleurahöhle betroffen, da der größte Teil des Gangs in der rechten Thoraxhälfte verläuft.

Weitere mögliche Ursachen:
ist die Verlegung des Lymphabflusses durch Thrombosen der Arteria subclavia oder die Arrosion lymphatischer Gefäße, beispielsweise im Rahmen von Tumoren, Lymphomen oder Tuberkulose. Seltener führen eine Leberzirrhose und die Infektionskrankheit Filariose zur Ausbildung eines Chylothorax.

Maligne Pleuraergüsse

Der Pleuraerguss ist nichts anderes als eine Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle, die zu Luftnot, Reizhusten und in bestimmten Fällen auch Schmerzen führen kann. Häufige Ursache sind neben Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und entzündlichen Prozessen (insbesondere Tuberkulose) auch bösartige Erkrankungen, die zu einer übermäßigen Flüssigkeitsbildung im Pleuraspalt führen können. Diese sogenannten malignen Ergüsse führen zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, und sind mitunter schwer zu behandeln.

Wenn das wiederholte Entfernen der Flüssigkeit durch Punktion nicht ausreicht, kann eine operative Pleurodese (Verödung des Pleuraspaltes) durchgeführt werden. Ziel dieses Eingriffes ist ein Verkleben der viszeralen und parietalen Pleura (Lungen- und Rippenfell), wobei eine solche Operation inzwischen als VATS (Video-assisted thoracic surgery, Schlüssellochtechnik) routinemäßig mit kleinsten Schnitten machbar ist.