Luftröhre

Die Luftröhre (Trachea) ist ein ca. 10-13cm langer elastischer Schlauch, welcher die Atemluft, nachdem sie den Kehlkopf durchströmt hat, in die beiden Lungen leitet. Damit sie trotz der Druckveränderungen während der Atmung stets offen bleibt, wird die Wand der Luftröhre von ca. 16-20 hufeisenförmigen Knorpelspangen stabilisiert, so dass das Konstrukt an einen Staubsaugerschlauch erinnert, wo man sich dieses von der Natur vorgegebene System zu nutze macht. Die Hinterwand der Luftröhre besteht aus einer Muskelschicht (Pars membranacea), welche die Luftröhre, je nach Bedarf, weiter und enger stellen kann (z.B. beim Husten). Die Luftröhre zweigt sich an ihrem Ende auf in das rechte Bronchialsystem, welches die Luft in die rechte Lunge leitet, und das linke Bronchialsystem, welches die Luft in die linke Lunge führt.

Verschiedene Erkrankungen (z.B. Tumore, Entzündungen, Fremdkörper, Verletzungen) der Luftröhre und der Bronchien werden thoraxchirurgisch diagnostiziert und therapiert. Lesen Sie hierzu bitte weiter unter „Krankheitsbilder der Luftröhre und der Bronchien“.

Für weitere Informationen über die Luftröhre und die Bronchien besuchen Sie bitte:

Trachealstenosen (Engstellen der Luftröhre)

Verengungen der Luftröhre (Trachealstenosen) sind ausgesprochen selten. Hierbei werden grundsätzlich 2 Formen unterschieden:

Die starre Stenose tritt zumeist als Spätfolge einer Langzeitbeatmung auf, und ist auf eine Störung der Mikrozirkulation des Knorpelgewebes zurückzuführen. Durch Blocken eines Treachealkanülen-Cuffs (Beatmungsschlauch) auf Werte, die den Druck im Kapillar-System der Mucosa (Schleimhaut) überschreiten (> 30mmHg), kommt es zu lokalen Ischämien und sekundären Strikturen  Erfreulicherweise konnte durch den Einsatz sogenannter „high volume, low-pressure Cuffs“ die Inzidenz solcher Spätkomplikationen signifikant gesenkt werden. Allerdings zeigt die aktuelle Literatur, dass trotz des Einsatzes dieser schonenden Cuffs noch immer ca. 11% aller langzeitbeatmeten Patienten lokale Strikturen aufweisen können. Operative Therapie der Wahl ist eine Trachea-Querresektion (Entfernung von Teilen der Luftröhre) nach Pearson mit End-zu-End-Anastomose (Vernähen der beiden Enden der Luftröhre), wobei Strecken bis etwa 6cm auf diese Weise überbrückt werden können.

Weiche Stenosen betreffen zumeist die pars cartilaginea der Trachea (Vorderwand der Luftröhre mit knorpeligen Anteilen) und sind in der Regel auf eine lokale Kompression durch eine Struma nodosa (Vergrößerte Schilddrüse) zurückzuführen.

Eine entsprechende Druckatrophie der Knorpelringe führt zum Bild der Tracheomalazie . Ziel der operativen Korrektur durch eine sogenannte „Tracheopexie“ ist eine Fixierung und mechanische Stabilisierung, indem die Trachea durch Zügel aufgespannt wird. Eine der ersten Beschreibungen dieser Technik geht auf Kocher zurück und datiert von 1883.

In seltenen Einzelfällen kommt es bei einer Instabilität der pars membranacea zu einem atemabhängigen Prolabieren der Tracheahinterwand mit funktionellem Ventilmechanismus und ausgeprägter subjektiver Dyspnoe. Hier ist das Behandlungsverfahren der Wahl eine sogenannte Tracheopexie nach Urschel.

Weiterführende Literatur: