Lunge

Die Lunge (Pulmo) ist ein paarig angelegtes Organ, welches im Brustkorb (Thorax) lokalisiert ist. Die Hauptaufgabe der Lunge ist der Austausch von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) zwischen der Atemluft und dem Blut des menschlichen Körpers.  Die Luft gelangt über Mund und Nase, durch den Kehlkopf hindurch und über die Luftröhre in die beiden Lungen, welche auch häufig als Lungenflügel bezeichnet werden. Die Lunge unterteilt sich in 2 Lungenlappen auf der linken Seite und 3 Lungenlappen auf der rechten Seite, welche sich wiederum in kleinere Bezirke aufteilen, die so genannten Lungensegmente. Schließlich gelangt die Atemluft in die Lungenbläschen (Alveolen), wo der Gasaustausch stattfindet. Dabei wird dem Blut das Kohlendioxid entzogen und Sauerstoff zugeführt.

Mit der Atemluft können Krankheitserreger wie z.B. Viren, Bakterien, Pilze, aber auch Schadstoffe wie z.B. Nikotin, Abgase, Gifte in die Lunge gelangen und zu verschiedenen Krankheiten oder Veränderungen führen. Für mehr Informationen über die Lungenchirurgie lesen Sie hierzu bitte weiter unter „Krankheitsbilder der Lunge“.

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Lungenkrebs – gegenwärtige stadienabhängige Therapiekonzepte

Das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) stellt weltweit noch immer die häufigste bösartige Erkrankung des Mannes dar und fordert Jahr für Jahr mehr Opfer als Prostata-, Brust- und Dickdarmkrebs zusammen. Obwohl die Ursachen – Tabakrauchen an allererster Stelle – hinlänglich bekannt sind und, Dank moderner Forschungsergebnisse, bereits Erfolge im Kampf gegen das Bronchialkarzinom erzielt werden konnten, bleibt die Gesamtprognose schlecht. Die mittlere 5-Jahres-Überlebensrate beträgt nach Diagnosestellung stadienübergreifend noch immer lediglich 5%.

Lediglich in Frühstadien, die meist als sogenannte Zufallsbefunde entdeckt werden, ist eine Heilung möglich. Unterschieden werden verschiedene histologische (feingewebliche) Formen, wobei insbesondere die Abgrenzung zwischen kleinzelligem (Small Cell Lung Cancer, SCLC) und Nicht-Kleinzelligem (NSCLC) Karzinom entscheidend für die weitere Behandlung ist.

Das SCLC macht etwa 20-30% der Fälle aus. Aufgrund seiner Eigenschaften führt es in der Regel sehr früh zur Entstehung von Fernabsiedlungen (Metastasen), so dass eine operative Behandlung meist nicht in Frage kommt. Anders als beim NSCLC wird klinisch meist zwischen Früh- (sogenanntes Limited Disease, auf die Lunge beschränkt) und Spätstadien (Extensive Disease, auf weitere Organe übergreifend) unterschieden. Im Rahmen klinischer Studien ist nach einer sogenannten Induktionstherapie (Chemotherapie zur Anbehandlung) in Einzelfällen ein sekundäres operatives Vorgehen möglich.

Beim NSCLC werden nach feingeweblichen Kriterien noch das Plattenepithelkarzinom (etwa 20% der Fälle), das Adenokarzinom (bis 40%), das Großzellige Karzinom (etwa 15%) und eine Reihe seltener Formen (Sarkomatoide Tumore, Karzinoide etc.) unterschieden. Hierbei erfolgt die interdisziplinäre Therapie stadienabhängig. Nach einer Reihe von Voruntersuchungen (Staging), zu denen Beispielsweise die Computertomographie, das PET oder auch das MRT zählen, ist eine Einordnung in verschiedene Stadien möglich. Die Einteilung erfolgt dabei, wie für die meisten Tumoren üblich, nach den Kriterien der UICC (Union Internationale Contre le Cancer, Internationale Gesellschaft zur Bekämpfung des Krebses). Entscheidend sind neben der Tumorgröße noch der Befall von Lymphdrüsen und das etwaige Vorhandensein von Metastasen.

In unserer Operationsplanung orientieren wir uns an den Vorgaben der maßgeblichen internationalen Fachgesellschaften und führen sogenannte anatomische Resektionen durch. Zu dieser Operationsform zählen insbesondere die Lobektomie (Entfernung eines Lungenlappens) genauso wie die Pneumonektomie (Entfernung eines Lungenflügels). Hierdurch wird gewährleistet, dass die Tumoren vollständig mit dem zugehörigen Lymphabflussgebiet entfernt werden, um das Auftreten sogenannter Lokalrezidive (Wiederauftreten des Tumors im Operationsbereich) zu vermeiden. Als Besonderheit bei Patienten mit deutlich eingeschränkter Lungentätigkeit sind wir in der Lage, eine ganze Reihe lungenerhaltender Eingriffe anzubieten. Hierzu zählen Lungensegmentresektionen genauso wie Manschettenresektionen, die in der Regel spezialisierten Zentren vorbehalten sind. Als Besonderheit wird zudem in unserer Klinik auch die minimalinvasive Lobektomie angeboten, die derzeit noch wenigen Zentren Bundesweit vorbehalten ist.

Weiterführende Literatur

Thoraxchirurgische Behandlung von Lungenmetastasen

Tochtergeschwülste (sogenannte Metastasen) sind Fernabsiedlung von Tumoren, die ursprünglich in anderen Organen entstanden sind. Lungenmetastasen gehen besonders häufig von bösartigen Erkrankungen des Darms (sog. Colorektale Karzinome), der Nieren oder des Hodens aus, wobei auch andere Tumore Absiedlungen in die Lunge verursachen können.

Die Geschwülste können einzeln als solitäre Metastasen oder auch gehäuft als multiple Filiae auftauchen. Da sie meist wenig bis gar keine Beschwerden verursachen, werden sie zumeist im Rahmen der Tumornachsorge oder als Zufallsbefunde durch Kontrollen in der Computertomographie oder im PET entdeckt.

Entscheidend für die weitere Behandlung ist neben der Anzahl, Größe und dem Ausbreitungsmuster der Metastasen vor allem der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Unter der Voraussetzung, dass technisch alle Metastasen entfernbar sind, kann dann eine Operation der Lunge erwogen werden.

Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffes steht dabei der Erhalt gesunden Lungengewebes im Mittelpunkt. Dabei wird durch eine Reihe spezieller Techniken zum einen der Tumor sicher im Gesunden entfernt, und gleichzeitig ein möglichst hohes Maß an gesundem Gewebe geschont. Dies ist sowohl durch den Einsatz von OP-Lasern als auch durch Verwendung chirurgischer Techniken wie sparsamen extraanatomischen Resektionen oder auch anatomischen Segmentresektionen und broncho- sowie angioplastischen Operationen möglich.

Weiterführende Literatur

Thoraxchirurgische Behandlungsmöglichkeiten des Lungenemphysems (COPD)

Das Lungenemphysem stellt eine starke Überblähung des Lungengewebes dar, und führt in unterschiedlicher Ausprägung zu einer mehr oder minder ausgeprägten Beeinträchtigung der Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff. Stellt das Zigarettenrauchen noch immer die mit Abstand häufigste Ursache einer unumkehrbaren Überblähung des Lungengewebes dar, können auch Stoffwechselerkrankungen wie ein Alpha1-Antitrypsinmangel zur Entstehung eines Emphysems führen. Während leichtere Formen durch die Gabe bestimmter Medikamente günstig beeinflussbar sind, kann in der schwersten Form sogar eine Lungentransplantation erforderlich werden.

In bestimmten Fällen ist auch die Möglichkeit der sogenannten Lungenvolumensreduktions-Operation.
(LVRS) gegeben. Besteht bei den blasenförmigen Veränderungen der Lunge ein Typ mit hauptsächlichen Befall der Lungenspitze, kann eine gezielte Entfernung dieser überblähten Areale zur Besserung des Allgemeinbefindens führen. Grund hierfür ist die bessere Entfaltung des noch gesunden Gewebes, welches nun leichter arbeiten kann. Allerdings ist diese Operationsform nur für sehr ausgewählte Patientengruppen empfehlenswert, und der Effekt lässt sich in der Regel auch nur über einige Jahre aufrecht erhalten.

In unserer Klinik besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dieses Operationsverfahren auch minimal-invasiv (in Schlüssellochtechnik) durchführen zu lassen.

Weiterführende Literatur