Urologie & Kinderurologie

Liebe Patientin, lieber Patient,

die Klinik für Urologie und Kinderurologie des Klinikums Ibbenbüren ist Ihr kompetenter und vertrauensvoller Ansprechpartner, wenn es um Erkrankung der Nieren, der Harnleiter und Harnblase sowie der Prostata und männlichen Geschlechtsorgane geht.

Unsere Klinik bietet Ihnen das gesamte Spektrum der modernen Urologie inklusive der großen Tumorchirurgie sowie minimal-invasive und rekonstruktive Chirurgie. Operative Exzellenz, kompetente persönliche  Beratung und großes Einfühlungsvermögen gegenüber unserer Patienten sind unsere Stärken.

Ihr

Dr. med. Sameh Hijazi
Chefarzt

Herr Dr. med. Sameh Hijazi

Chefarzt

Facharzt für Urologie und Medikamentöse Tumortherapie

Mitgliedschaften: 

Deutsche Gesellschaft für Urologie

Association of European Urology

Deutsche Kontinenz Gesellschaft

Gemeinsam mit Gynäkologen, Proktologen und Neurologen haben die Urologen des Klinikums Ibbenbüren ein interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum etabliert. Das Kontinenzzentrum ist federführend bei der Behandlung von Harn- und Stuhl-Inkontinenz sowie in der Behandlung des weiblichen Beckenbodens nach der Geburt. Das Kontinenzzentrum stellt sowohl für seine weiblichen und männlichen Patienten eine kompetente Anlaufstelle für Diagnostik und Therapie dar. Darüber hinaus hält es durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche ein höchst spezifisches medizinisch-pflegerisches Angebot bereit, das der individuellen Situation von Patienten in besonderer Weise Rechnung trägt.

  • Sekretariat
  • Wir sind für Sie telefonisch und persönlich erreichbar in der Zeit von:
    Mo.-Do.: 07.30Uhr - 16.30Uhr
    Fr: 07.30Uhr - 12.30Uhr
    05451 522051
  • In dringenden Notfällen steht Ihnen auch ausserhalb der Öffnungszeiten die Notfallambulanz zur Verfügung.
    05451 520

Team

Herr Manuel Schön

Leitender Oberarzt

Facharzt für Urologie, Schwerpunkte: Nephrolithiasis, Kinderurologie, Endourologie

Mitgliedschaften:

Deutsche Kontinenzgesellschaft, DGU

Dr. med. Hendrik Schwarz

Oberarzt

Facharzt Urologie, F.E.B.U.

Medikamentöse Tumortherapie

Schwerpunkte: Medikamentöse Tumortherapie, Tumorchirurgie, Kontinenz- und Prolapschirurgie sowie Endourologie

 

 

Herr Dr. Wael Al-Saydali

Oberarzt

Herr Dr. med. Julian Hoven

Facharzt für Urologie

Herr Mahmoud Alkhder

Assistenzarzt

Herr Osama Alali

Assistenzarzt

Frau Melanie Schräder

Arzthelferin
  • Auf unserer urologischen Station werden Sie durch ein freundliches und motiviertes Team aus erfahrenen Pflegepersonal, Ärzten, Krankengymnasten und Seelsorgern betreut.

Das medizinische Leistungsspektrum und Schwerpunkte sind:

  • die Diagnostik und Behandlung von Störungen der Blasenfunktion sowie moderne und minimal-invasive Behandlungsmethoden der Harninkontinenz bei Männern und Frauen
  • endoskopische Operationen bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (TUR-Prostata) auch mit Laser
  • endoskopische Entfernung von Blasentumoren (TUR Blase)
  • Nierenchirurgie: gewebschönende und organerhaltende Entfernung von Nierentumoren, Entfernung von Nierenzysten, Nierenentfernung bei großen Nierentumoren und funktionslosen Nieren und Nierenbeckenplastik
  • Prostataentfernung bei Prostatakrebs in potenz- und nervenschönender Technik
  • Entfernung und Zertrümmerung von Nieren- und Harnsteinen: ESWL (Zertrümmerung der Steine mit Stoßwellen von außen), endoskopische Zertrümmerung mit Laser, endoskopische Steinentfernung mit flexiblen Instrumenten
  • Behandlung von Harninkontinenz bei Frauen durch minimal-invasive Methoden: Harnröhrenbändchen (TVT, T.O.T., Minischlinge), Blasenhalssuspension (Burch-Kolposuspension), Botoxbehandlung
  • Behandlung von Scheiden-, Blasen- und Gebärmuttersenkung: vaginal mit und ohne Netzeinlage, laparoskopische Sakropexie (Schlüssellochtechnik)
  • Diagnostik und Behandlung von Harninkontinenz bei Männern: Bulking Agents (Einspritzung im Schließungsbereich, Implantation eines artifiziellen Sphinkters, Harnröhrenbändchen
  • Diagnostik und Behandlung von Potenzstörung: SKAT, Vakuum-Pumpe und Implantation einer Penisprothese
  • kinderurologische Eingriffe
  • Sterilisation bei Männern
  • Varikozelenbehandlung

Moderne Steintherapie

Harnsteine entstehen zunächst in den Nieren und können von dort in die Harnleiter oder auch die Harnblase „wandern“ und Beschwerden verursachen. Für eine umfassende urologische Versorgung  der Patienten mit Harnsteinleiden stehen uns sowohl  konservative als auch moderne interventionelle Therapien zur Verfügung. Die Nachsorge und die Rezidivprophylaxe haben in diesem Zusammenhang einen ebenso großen Stellenwert. Bei rezidivierender (wiederholter) Steinbildung sollte durch eine geeignete Mataphylaxe, unter anderem durch Ernährungsumstellung (siehe unten), die erneute Bildung von Steinen verhindert werden.

Die interventionellen Therapien, die in unserer Klinik durchgeführt werden, haben die Entfernung von Harnsteinen zum Ziel.

  • ESWL
    Steine können an geeigneten Stellen von außen durch Stoßwellen zertrümmert werden, wobei der Patient im Anschluss an die Therapie im Idealfall die Trümmer als Sand oder Gries ausscheidet.
  • Endoskopie
    Darüber hinaus können Harnsteine je nach Lokalisation endoskopisch mit modernsten Instrumenten und auch zum Beispiel per Laser zerkleinert und nachfolgend in gleicher Sitzung entfernt werden. Die Instrumente für diese Methoden sind in den letzten Jahren immer weiter miniaturisiert worden, damit kann eine schnelle Steinfreiheit erzielt werden.
  • Mini-PCNL
    Große Nierensteine können durch eine sehr kleine Eröffnung in der Flanke direkt endoskopisch in der Niere mit Laser zertrümmert und anschließend entfernt werden. Damit können große Nierensteine durch minimal-invasive Behandlungsmethode sicher und schnell entfernt werden.

 

 

Allgemeine Empfehlung

Bei allen Harnsteinpatienten sollte eine allgemeine Metaphylaxe durchgeführt werden.

  • Gewichtsnormalisierung
  • körperliche Bewegung
  • ausreichende Trinkmenge (>2 l/Tag)
  • fettarme und fleischarme Ernährung mit Mischkost (max. 150g tierisches Eiweiß/Tag)
  • Reduktion von Kochsalz
  • Reduktion von Alkohol, Kaffee, Tee, gesüßten Getränken

Bei Patienten mit hohem Rezidivrisiko ist eine steinspezifische Metaphylaxe sinnvoll. Hierfür ist eine Steinanalyse notwendig, die wir für unsere Patienten veranlassen. Für die spezielle Ernährungsempfehlung stehen wir Ihnen dann während Ihres Aufenthaltes bei uns gerne zur Verfügung.

Lebensqualität zurückgewinnen

Das Kontinenzzentrum im Klinikum Ibbenbüren

Im Interdisziplinären Kontinenzzentrum unter der Leitung von Herrn Dr. Sameh Hijazi erfolgt die Diagnostik und Behandlung sämtlicher Störungen und Defekte des Beckenbodens und der Unterleibsorgane bei Frauen und Männern (z. B. Harnblasen- und Enddarmschwäche, Blasensenkung, Gebärmuttervorfall, Enddarmvorfall, Inkontinenz bei neurologischen Erkrankungen oder nach Voroperationen). Ein besonderes Anliegen des Kontinenzzentrums ist die Aufklärung und Information rund um das Thema Inkontinenz.

Ihre Ansprechpartner

Verantwortlich arbeiten gemeinsam im
Interdisziplinären Kontinenzzentrum:

  • Chefarzt Herr Dr. Hijazi, Facharzt für Urologie (Leitung)
    Chefärztin Frau Dr. Papez-Rodosek, Fachärztin für Gynäkologie
    Chefarzt Herr Dr. Reekers, Facharzt für Chirurgie, Proktologe
    Leitender Oberarzt Herr Dr. Bonowski, Facharzt für Neurologie
    Chefarzt Herr Dr. Hoge, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologe
Sprechstunde:

  • Privatsprechstunde: dienstags 10 - 13 Uhr
  • Kontinenzsprechstunde: dienstags und donnerstags 14 - 15 Uhr
  • onkologische Sprechstunde: dienstags 9 - 10 Uhr
  • allgemeine Sprechstunde: donnerstags 10 - 12 Uhr

    Telefonische Anmeldung unter: 05451 522051

Kontinenzzentrum Ibbenbüren

Harnkontinenz bezeichnet die Fähigkeit, den Urin in der Blase halten und speichern zu können und den Zeitpunkt der Blasenentleerung selbst zu bestimmen. Wenn diese Fähigkeit nicht vorhanden ist, spricht man von Urin- oder Harninkontinenz.

Durch den unwillkürlichen Urinverlust entsteht eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. „Nass“ zu sein bedeutet unter Umständen eine starke körperliche und psychische  Belastung durch Geruchsbelästigung, die Notwendigkeit des Tragens von Vorlagen, Schamgefühle gegenüber den Mitmenschen, gar soziale Ausgrenzung.

Das Entstehen der Harninkontinenz kann vielfältige Ursachen haben. Erlernt (oder auch nicht) wird die Kontrolle über das Wasserlassen in den ersten Lebensjahren. Im Laufe des Lebens kann sie durch bestimmte Erkrankungen, Unfälle, aber auch bedingt durch Operationen oder andere medizinische Behandlungen eingeschränkt werden oder ganz verloren gehen. Betroffen sein können Frauen und Männer mehrheitlich im höheren Lebensalter mit gleichermaßen quälenden Symptomen. Dabei kann das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Komponenten des Beckenbodens, die nicht nur die Harn- sondern auch die Stuhlkontinenz sichern, auf unterschiedlichen Ebenen gestört sein.

Bei Frauen können durch die Kindsgeburt anatomische Veränderungen im Beckenbodenbereich entstehen, die im Zusammenspiel mit bindegeweblichen und hormonellen Veränderungen im fortgeschrittenen Lebensabschnitt das Halten des Urins erschweren.  Einzeln oder in Verbindung hiermit können unkontrollierbare Harndrangsymptome auftreten.

Eine weitere Ursache des Kontrollverlusts über das Wasserlassen kann in neurologischen Erkrankungen liegen, Leiden wie multiple Sklerose, Morbus Parkinson aber auch Querschnittslähmungen nach Unfällen sowie Schlaganfälle sind Bestandteil des Spektrums der Krankheiten.

Männer sind häufig nach Operationen (Prostataoperation, Darmoperationen) von Harninkontinenz betroffen.

Es gibt eine große Bandbreite an medikamentösen, aber auch operativen Therapiemöglichkeiten. Sie reichen je nach Ursache der Beschwerden von der Einnahme von Medikamenten, über minimal-invasive Eingriffe wie z.B. die Einlage von Bändern zur Unterstützung der Verschlussfunktion der Harnröhre bis hin zu komplexeren Operationen zur Rekonstruktion des Beckenbodens oder die Einlage eines künstlichen Schließmuskels. Diese sind in der Hand des Facharztes eine Erfolg versprechende Chance für den Patienten.

Aufgrund der häufigen schamhaften Tabuisierung der individuell stark belastenden Problematik suchen aber viele Betroffene erst spät oder gar nicht ihren behandelnden Arzt auf. 

Nicht selten sind die Ursachen der Inkontinenz nicht isoliert zu betrachten, sondern aus dem Blickwinkel verschiedener medizinischer Disziplinen. Im Kontinenzzentrum Ibbenbüren, in dem sich Fachärzte verschiedener Fachgruppen (Urologen, Chirurgen (Link), Gynäkologen(Link), Neurologen und Gastroenterologen) koordiniert um die Patienten kümmern, bieten wir den Patienten eine maßgeschneiderte Diagnostik, Beratung und Therapie an. Es wird eine feste Kontinenzsprechstunde durchgeführt, zu der Sie sich durch Ihren Urologen oder Gynäkologen überweisen lassen können. Sie findet wöchentlich Mittwochs (08-12:00 Uhr) statt, es können jedoch in Einzelfällen auch nach Rücksprache Termine an anderen Tagen vereinbart werden.

Wir wollen so dazu beitragen, den betroffenen Menschen der Region den Zugang zu einer fachgerechten Versorgung und einer Verbesserung ihrer Lebensqualität zu erleichtern.

Medizinische Leistungen

Diagnostik Blasenentleerungsstörungen

Blasenentleerungsstörungen können sich unterschiedlich manifestieren, da ihnen eine Vielzahl verschiedener Ursachen zu Grunde liegen können.

Es kann einerseits eine Schwäche bestehen, den Urin in der Harnblase zu speichern – dies wird als Urininkontinenz bezeichnet. Die Ursache kann entweder auf der Ebene einer „überaktiven“ Harnblase zu suchen sein oder in einer Schwäche des Verschlussapparates der Blase. Nicht selten liegt auch eine Kombination von beidem vor.  Häufiger unkontrollierbarer Harndrang und/oder Urinverlust bei körperlicher Belastung sind die Anzeichen.

Andererseits können anatomische Veränderungen des Beckenbodens (Scheiden-, Blasenvorfall) oder Engstellen der Harnwege zur unvollständigen Entleerung der Harnblase führen, was wiederum die Neigung zu Infektionen, im schlimmsten Fall zur Beeinträchtigung des oberen Harntrakts (Nierenfunktion) führen kann.

Um dem einzelnen Patienten die individuell an der Ursache orientierte Therapie anbieten zu können, ist eine sorgfältige Diagnostik notwendig. Sie besteht aus einer Erhebung der Krankengeschichte, gegebenenfalls aus einer Ultraschalluntersuchung, einer Blasenspiegelung, Blasendruckmessung und einer Untersuchung des Beckenbodens. Diese Untersuchungen können in unserer urologischen Ambulanz durch ein speziell geschultes und erfahrenes Team aus Pflegepersonal und Ärzten erbracht werden. Die vorhandenen apparativen Voraussetzungen ermöglichen alle notwendigen Untersuchungsschritte meist an einem einzigen ambulanten Termin. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann dem Patienten durch den jeweils behandelnden Arzt die beste Therapieoption erläutert werden.

Operationsmethoden

Zur Verfügung stehen folgende, bewährte Operationsmethoden:

  • Beckenbodenrekonstruktion durch Kolposuspension / Sacrokolpopexie / Netzimplantation bei Frauen durch die Scheide (vorderes MESH)
  • Bandimplantation bei Frauen (TVT, T.O.T., Mini-Band)
  • Kontinenztherapie mit Bändern bei Männern (z.B. Advance-Band)
  • Bandimplantation bei Männern (AdVance)
  • Implantation eines künstlichen Schließmuskels bei Männern
  • Harnröhrenunterspritzung (bulking agents)
  •  Blaseninjektion (Botulinumtoxin)
  • Des Weiteren werden kombinierte Operationsmethoden durchgeführt (z. B. Korrektur von Blasen- und Enddarmvorfall) in Kooperation mit den Abteilungen für Gynäkologie und Allgemeinchirurgie (Proktologie).

Das Kontinenzzentrum bildet Ärztinnen und Ärzte in den neuen Operationsmethoden in Workshops aus und ist durch Studien an der Entwicklung neuer Operationsmethoden beteiligt.