Informationen zu Prostatakrebs

Was ist Prostatakrebs und wie entsteht er?

Bei Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse des Mannes. Prostatakrebs ist in Deutschland unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Pro Jahr werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit etwa 63.400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Mit einem Anteil von rund 10 Prozent steht das Prostatakarzinom an dritter Stelle bei den zum Tode führenden Krebserkrankungen.

Beim Prostatakarzinom handelt es sich um eine bösartige Geschwulst. In den meisten Fällen – bei etwa 66 % der Personen – entstehen Prostatakarzinome in der äußeren Zone der Drüse. Da sie weit entfernt von der Harnröhre entstehen, bleiben sie oft lange Zeit unbemerkt. Zur Einengung der Harnröhre mit Störungen beim Wasserlassen kommt es meist erst dann, wenn der Tumor bereits groß ist und sich ausgebreitet hat.

Risikofaktoren

Die Ursachen von Prostatakrebs sind bisher noch weitgehend unbekannt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Prostatakrebserkrankung erhöhen. Als wichtigste Faktoren gelten Alter und die familiäre Veranlagung. Außerdem spielen Umwelteinflüsse, zum Beispiel Ernährung, Lebens- und möglicherweise auch Arbeitsbedingungen eine Rolle.

Vorsorge

Einige Faktoren, die das Risiko einer Krebserkrankung nachweislich erhöhen, können von Ihnen selbst beeinflusst werden:

  • Versuchen Sie Normalgewicht zu erreichen bzw. zu halten.
  • Seien Sie körperlich aktiv.
  • Ernähren Sie sich gesund, nehmen Sie vor allem viel pflanzliche Produkte zu sich und reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum: Essen Sie insbesondere wenig rotes Fleisch.
  • Konsumieren Sie nur moderat Alkohol.
  • Früh erkannt ist besser heilbar. Das gilt auch und vor allem beim Prostatakrebs. Warten Sie also gar nicht erst ab, bis Beschwerden auftreten, sondern nehmen Sie regelmäßig an einer Untersuchung zur Früherkennung des Prostatakarzinoms teil.

Früherkennung

Männer ab 45 Jahren können einmal jährlich die Leistungen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Anspruch nehmen, Männer mit familiärer Vorbelastung ab dem 40. Lebensjahr. Die Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die Früherkennung umfasst ein Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin, in dem nach eventuellen Beschwerden oder Symptomen gefragt wird. Außerdem werden die Geschlechtsorgane und die Lymphknoten in der Leiste untersucht und der Arzt/die Ärztin tastet die Prostata vom Enddarm aus ab. Darüber hinaus ist die Bestimmung des PSA-Wertes (Näheres dazu siehe unten) ein wesentlicher Bestandteil der Prostatakrebsfrüherkennung. Dieser wird derzeit leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Diagnostik

Tastuntersuchung
Die digital-rektale Tastuntersuchung ist ein einfaches Verfahren, mit dem bei ca. einem Fünftel aller Patienten das Prostatakarzinom entdeckt wird. Als alleinige Diagnosemethode ist sie jedoch nicht geeignet, da nur Karzinome ab einer bestimmten Größe gefunden werden können.

PSA
PSA ist die Abkürzung für „Prostata-spezifisches-Antigen“, einem Eiweiß, das ausschließlich von den Zellen der Prostata gebildet wird. Dieses Eiweiß kann im Blut bestimmt werden. Übersteigt der PSA-Wert im Blut eine definierte Grenze oder steigt ungewöhnlich stark an, kann dies ein Hinweis auf eine Prostatakrebserkrankung sein. Neben einem Prostatakrebs können auch andere Faktoren (z. B. Entzündungen oder altersbedingte Vergrößerung der Prostata) zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führen. Deshalb kann der PSA-Wert zur Früherkennung oder als Tumormarker zur Verlaufskontrolle nach Behandlung einer Prostatakrebserkrankung verwendet werden. Der Nutzen der PSA-Bestimmung als Vorsorgemaßnahme wurde in den letzten Jahren sehr kontrovers diskutiert. Die Fachgesellschaften der Urologen sind von einem langfristigen Nutzen, der im Rahmen von Langzeitstudien nachgewiesen wurde, überzeugt, so dass die Leitlinien den Einsatz der PSA-Bestimmung zum Screening unterstützen. Derzeit werden die Kosten für das PSA-Screening (ca. 20 Euro) nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sondern müssen meist von den Patienten bezahlt werden.

Ultraschall
Beim transrektalen Ultraschall (TRUS) können mit Hilfe einer Ultraschallsonde, die über den After in den Enddarm eingeführt wird, die Prostata und umliegende Gewebestrukturen auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Die Untersuchung ist schmerzlos, kann aber als unangenehm empfunden werden.

MRT & CT
Die Magnetresonanztomografie (MRT) und seltener die Computertomographie (CT) können nützliche Informationen zum Prostatavolumen oder Lokalisation des verdächtigen Bereichs geben.

Gewebeentnahme (Biopsie)
Hat die Tastuntersuchung einen auffälligen Befund ergeben oder ist der PSA-Wert auffällig hoch, kann eine Biopsie Gewissheit bringen, ob ein Prostatakrebs vorliegt oder nicht. Bei dieser Untersuchung werden mit einer dünnen Nadel unter Ultraschallkontrolle über den Enddarm mehrere Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Eine Gewebeentnahme durch Biopsie sollte durchgeführt werden, wenn eines der folgenden Kriterien vorliegt:
• PSA-Wert von 4 ng/ml und darüber
• krebsverdächtiges Ergebnis bei der digital-rektalen Untersuchung (DRU)
• auffälliger Anstieg des PSA-Wertes (ohne einen Wechsel des Bestimmungsverfahrens)

Behandlung

Wenn die Diagnose Prostatakrebs feststeht und Ausmaß sowie Stadium der Erkrankung bestimmt worden sind, entscheidet der Arzt/die Ärztin gemeinsam mit dem Patienten, welche Möglichkeiten der Behandlung genutzt werden. Folgende Behandlungsmethoden werden aktuell für die Behandlung des Prostatakarzinoms eingesetzt:

• Abwarten („Watch and Wait-Strategie“)
• Operation
• Strahlentherapie
• Hormontherapie
• Chemotherapie
• Radionuklidtherapie

Nachsorge

Nachsorge – Kontrolle ist besser…
Wenn die medizinische Behandlung einer Tumorerkrankung mit dem Ziel der Heilung (Operation, Bestrahlung) abgeschlossen ist, beginnt die Phase der Nachsorge. Durch regelmäßige Untersuchungen sollen Rezidive (ein Wiederauftreten der Krebskrankheit) rechtzeitig erkannt werden. Die Nachsorgephase beginnt spätestens drei Monate nach Abschluss der Operation oder Strahlentherapie. In den ersten zwei Jahren finden in Abständen von etwa drei Monaten ärztliche Untersuchungen statt, im dritten und vierten Jahr halbjährlich und danach jährlich. In erster Linie wird dabei der PSA-Wert bestimmt. Bleibt er stabil, kann auf weitere Untersuchungen verzichtet werden.

Rehabilitation – Der Weg zurück in den Alltag
Die Rehabilitation sollte möglichst bald nach der Operation bzw. Strahlentherapie geplant werden. Meist gibt der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin schon Hinweise, welche Rehabilitationseinrichtungen in Frage kommen könnten. Wenn nicht, können sich gesetzlich versicherte Patienten an die zentralen Servicestellen REHA wenden. Aber auch bei Krankenkassen oder Rentenversicherungsträgern können die Adressen der Servicestellen erfragt werden.