Die Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüse ist ein hormonbildendes Organ, das räumlich neben der Schilddrüse liegt, aber hormonell unabhängig von der Schilddrüse arbeitet. Die Nebenschilddrüse bildet das Parathormon (PTH), das den Calciumhaushalt im Körper steuert.

Insgesamt gibt es 4 bis 5 Nebenschilddrüsen. Diese haben die Form und die Größe einer Linse. Die Steuerungszentrale für die Nebenschilddrüse ist das Gehirn.

Bildet sich ein selbständig  Parathormon produzierender Knoten in der Nebenschilddrüse aus, so wird  unabhängig von der Steuerung im Gehirn Calcium im Körper freigesetzt und zurückgehalten.

Der recht komplexe Wirkmechanismus ist in folgendem Comic erklärt:

Die kleine, kranke Nebenschilddrüse kann, wenn sie außer Kontrolle gerät, verheerende Folgen verursachen: Knochenbrüche, Nierensteine, Zerstörung der Niere, Dialysepflichtigkeit, Magengeschwüre und Bauchschmerzen, sowie kardiale Beschwerden bis hin zu Koma und Tod.

Zudem wirkt die Nebenschilddrüse auf die Psyche. Depressionen, Stimmungsschwankungen sowie Schlafstörungen können die Folgen einer Nebenschilddrüsenvergrößerung sein.

Als Therapie hilft dann nur eine Operation, bei der das kranke Nebenschilddrüsenadenom entfernt wird.

Die präoperative Lokalisation und die intraoperative Lokalisation der kranken Nebenschilddrüse gestalten sich manchmal ausgesprochen schwierig, da das Nebenschilddrüsenadenom sehr klein sein kann (etwas größer als eine Linse) und sich häufig „versteckt“.

Bei der operativen Suche hilft uns die intraoperative Bestimmung des Parathormonwertes. Wir suchen die fragliche Nebenschilddrüse auf und entfernen diese. Ein Abfall des Parathormonwertes zeigt uns, ob wir das Nebenschilddrüsenadenom gefunden haben.

Wenn die Entfernung des Nebenschilddrüsenadenoms problemlos abgelaufen ist, beträgt Ihr Krankenhausaufenthalt 3 Tage.