Substitutionstherapie nach Operation an Schilddrüse

Liebe Kollegin/lieber Kollege,

bei der postoperativen Substitutionstherapie nach Schilddrüsenoperationen sind bei der Auswahl der Medikation folgende Fragen relevant:

1. Auswahl des Präparates (nur T4; T3/T4; Kombinationspräparat Hormon/ Jodid oder nur Jodid)

2. Dosierung

3. Nebenwirkung mit anderen verabreichten Medikamente.

Hier zunächst ein paar Anmerkungen zu T3 und T4, dem Baustein der Schilddrüse.

 

Wirksamkeit der verschiedenen Hormone:

T3:

Resorption zu 90 %

Halbwertszeit von 19 Stunden

Anstieg der Serumkonzentration 250 - 600 %

Einnahme nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück

 

T4:

Resorption zu 80 %

Halbwertszeit von 190 Stunden

Anstieg der Serumkonzentration 20 - 40 %

Einnahme nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück, denn der Genuss von Kaffee reduziert die Resorption um 33 %, der von fettreichen Mahlzeiten um 40 %

Also: nach Möglichkeit: Gabe von T4 à langsamere Aufsättigung und längere     Wirksamkeit. Bessere Verträglichkeit.

Bitte beachten Sie: Falls eine schwere Hypothyreose vorliegt, sollten vor allem ältere Patienten mit kardialen Begleiterkrankungen langsam aufgesättigt werden.

(Steigerung der Dosierung wöchentlich um 25µg)

Substitutionstherapie nach Schilddrüsenoperationen:

Bei der postoperativen Substitution hängt die Wahl des Medikamentes von der Histologie und der verbliebenen Größe der Restschilddrüse ab.

  • Zeigt sich histologisch keine Thyreoiditis und ist der Schilddrüsenrest > 8 ml, so reicht in der Regel die Gabe von täglich 200 mg Jodid aus.
  • Ist der Schilddrüsenrest > 4 ml bis 8 ml , so sollte ein Kombinationspräparat z.B. Tyranajod 75 gewählt werden.
  • Bei einem Schilddrüsenrest < 4 ml oder einem größeren Rest + histologischen Nachweis einer Thyreoiditis, sollte ein T4 Schilddrüsenpräparat gewählt werden.

Die Dosierung beträgt 1.5µ g/ kg Körpergewicht.

TSH Kontrollen alle 4 bis 6 Wochen ( Ziel TSH Wert:1-2 mU/L).

 

Bitte beachten Sie, dass multiple Medikamente, wie Antiepileptika, Cortison Antihypertensiva sowie Protonenpumpeninhibitoren und Antazida einen vermehrten T4 Bedarf bewirken.

Ich hoffe, wir konnten Ihnen einige Tipps für die postoperative medikamentöse Therapie der schilddrüsenoperierten Patienten geben.

Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie uns an:  05451/523029

Ihr Team der Allgemein- und Visceralchirugie

Team der Endokrinen Chirugie