Neuroendokrine Tumore

Neuroendokrine Tumore sind seltene Tumore, die aus hormonbildenden Zellen entstehen und meist selbst Hormone, Überträger- oder Botenstoffe produzieren. Ausgangspunkt sind sogenannte neuroendokrine Zellen, die aus dem Nervensystem stammen.

Neuroendokrine Tumore finden sich im Verdauungstrakt (Magen, Dünndarm, Dickdarm) und in der Bauchspeicheldrüse, aber auch in der Lunge.

Neuroendokrine Tumore gehören mit 2 bis 4 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern zu den seltenen Erkrankungen.

Die Tumore des Magendarmtraktes nennt man auch gastroenteropankreatische neuroendokrine Neoplasien. Tumore des ersten und zweiten Grades haben eine niedrige bis moderate Wachstumsgeschwindigkeit, d. h. es befinden sich weniger als 20% der Zellen im Prozess der Zellteilung. Sie werden als neuroendokrine Tumore bezeichnet und machen etwa 90% der GEP-NEN aus.

Tumore des dritten Grades haben eine hohe Wachstumsgeschwindigkeit und werden als neuroendokrine Karzinome bezeichnet.

Weiter unterscheidet man zwischen funktionellen und nicht-funktionellen gastroenteropankreatische neuroendokrinen Neoplasien (GEP-NEN).

Funktionelle GEP-NEN schütten selber große Mengen von Hormonen aus. Sie verursachen eine ganze Reihe von Beschwerden und werden abhängig von der Art der ausgeschütteten Hormone in verschiedene Subtypen eingeteilt.

Nicht-funktionelle Tumore produzieren keine Hormone und verursachen daher erst ab einer bestimmten Größe Beschwerden, so dass eine Diagnostik erst durch die Größe des Tumors und damit verbundenen Beschwerden eingeleitet wird.

Symptome, die bei neuroendokrinen Tumoren auftreten können sind: Durch die Hormonsekretion verursachte Atembeschwerden, Herzrasen, Durchfall, anfallsartige Hautrötungen („flush“) meist im Gesicht und am Oberkörper, sowie Schmerzen durch die Größe und Lage des Tumors.

Da die neuroendokrinen Tumore unterschiedliche Hormone bilden, ist es manchmal sehr schwierig, aufgrund der Symptome den manchmal sehr kleinen Tumor im Magendarmtrakt zu finden. Deshalb muss bei Verdacht auf einen neuroendokrinen Tumor eine aufwendige gastroenterologische Diagnostik erfolgen.

Die Therapie der Wahl ist es, wenn möglich, den Tumor operativ komplett zu entfernen. Manchmal ist der Tumor aber nicht operabel, so dass die Symptome nur medikamentös unterdrückt werden können. Auf diese Weise kann der Tumor jedoch manchmal Jahre lang an einem weiteren Wachstum gehindert werden.